Aller Anfang ist schwer ...

Unsere Kinder an das Angeln heranzuführen ist keine leichte Aufgabe. Man muss anfangs sehr viel Geduld aufbringen und darf sich nicht von Rückschlägen verunsichern lassen. Es ist oft ein sehr steiniger Weg

auf dem man immer das Ziel vor Augen haben sollte!

Ja, was ist eigentlich das Ziel? Das ich mein Hobby ausüben kann - ja, teilweise schon richtig!

Was mich antreibt, steht in dieser Zeile:

 

Gemeinsamkeiten entwickeln ... über den Alltag hinaus ... ein Leben lang!

 

Irgendwann werden und müssen die Kinder ihre eigenen Wege gehen. Es ist der Lauf der Dinge, dass unsere

Kinder eigene Familien haben und die meiste Zeit und Energie für diese Aufgabe benötigen. Die Eltern stehen

dann eher in zweiter Reihe. Das ist zwar noch schwer vorstellbar, aber diese Zeit wird kommen.

Und genau an diesem Punkt wünsche ich mir, dass uns dann ein gemeinsames Hobby verbindet. Das kann

für den einen eine Sportart sein, der andere kocht vielleicht gerne, für uns ist es eben das Angeln. 

Zusammenkünfte fernab von irgendwelchen Familienfeiern oder ähnlichen Verpflichtungen. Ohne sich verstellen zu müssen, einfach man selbst sein. Familie halt!

"Ich sehe mich am See um ein kleines Feuer sitzen, meine  erwachsenen Kinder und ich trinken zusammen ein Gläschen Rotwein. Erzählen uns bis spät in die Nacht alte Geschichten und zwischendurch landet der ein oder andere dicke Karpfen in unserem Kescher."

Das mag jetzt vielleicht für manche Menschen etwas schmalzig klingen, aber das ist meine Imagination. (Sorry für dieses Fremdwort. Aber das trifft es nun mal auf den Punkt. Wen es interessiert, einfach mal den Begriff googeln).

Es bleibt jedem schließlich selbst überlassen, welches Ziel man verfolgt. Ich bin nur der Meinung, dass ein vorhandenes Ziel, Tiefschläge einfach leichter wegstecken lässt.

 

Ab einem Alter von 3 Jahren, habe ich begonnen die Kleinen mit ans Wasser zu nehmen. Von wirklich

angeln kann man hier natürlich noch nicht sprechen. Oft hat das Belanden des Autos länger gedauert, als die

Ausdauer der Kinder. In diesem Alter war noch der Ersatzschnuller und der Ersatzschnuller vom Ersatzschnuller

mit der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Stuhl musste auf jeden Fall auch mit dabei sein. Der wurde natürlich keine 10cm vom Wasser aufgebaut. Der Versuch den Stuhl auch nur 1cm vom Wasser weg zu bewegen, war immer ein riesen Drama. Komischerweise ist auf dem Stuhl nie einer der Kinder sitzen geblieben.  Das Töpfen war anfangs auch immer unser ständiger Begleiter. Kaum am See angekommen, wurde das auch gleich dringend benötigt. Irgendwann später löste dann der Klappspaten das Töpfchen ab. Nur der Zeitpunkt änderte sich bis dato nicht.

Perfekt ist es, wenn in eurer Nähe ein kleineres Gewässer vorhanden ist. In meinem Fall ist unsere Vereinsweiher keine 2 Minuten entfernt. Gerade wenn die Kinder noch etwas kleiner sind finde ich folgende Punkte sehr wichtig:

* gut zugängliches Gewässer, vorzugsweise mit dem PKW

* am besten im Randbereich sehr flach, da die Kinder ein unbändiges Verlangen haben, mit dem Wasser

   zu spielen. Tipp: ab und zu war auch der Eimer mit Wasser interessant

* einen relativ ebenen Uferbereich der gut überschaulich ist

* sehr gut mit Fischen besetzt

* nicht direkt an einer Straße gelegen

* bitte kein Fließgewässer

 

Man muss sich anfangs vor Augen halten, dass es am Wichtigsten ist, die Kleinen mit der Umgebung des

Gewässer vertraut zu machen. Das geht auf keinen Fall vom Carp Chair Sessel aus. Die andauernde Ermahnung

der Kinder vom Wasser weg zu bleiben, nervt nach sehr kurzer Zeit beide Parteien. Das wird schon auch besser, braucht aber Zeit. Die Lieblingsbeschäftigung meiner Kleinen war es irgend welche Sachen in den See zu

werfen. Nach dem ersten Boiliehaufen im knöcheltiefen Uferwasser, war ich froh das Steine werfen für die Kids

auch ok war. (Und vorallem für mich viel billiger). Diese "ich werfe unkontrolliert Steine ins Wasser Phase" hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert.  Und diese "dokk-Geräusche", wenn der Stein auf meinem heißgeliebten

handgebauten englischen Rutenblank eingeschlagen ist, hat meine Puls im Bruchteil einer Sekunde explodieren lassen. Ruhig, ganz ruuuhig.... (Ziehe ich euch vom Erbe ab)

 

Hat dann doch mal der Piepser einen Biss gemeldet, war die Aufregung natürlich sehr groß. Übrigens

hatte ich das Gefühl, ich habe die Bissanzeiger auf Dauerpiepsen gestellt. Es gibt doch nichts spannenderes

als sich direkt neben die Rute zu stellen und die Schnur ständig zu bewegen. Piep, Piep, .. Piep .... Ruhig, ganz ruuuhig...

 

Der erste gefangene Fisch war ein absolutes Highlight. Auf der Abhakmatte liegend wurde er bis ins letzte Detail

inspiziert. Mit dem ausgestreckten Zeigefinger merkten sie sofort: Ihhhh, schleimig! Und als der kleine Karpfen auch noch das Zappeln anfing, wurde der Sicherheitsabstand gleich verdoppelt. Das Interesse war geweckt! 

Den kleinen Fisch wieder in die Freiheit entlassen, ging es nach ca. 2 Stunden wieder nach Hause.

Der perfekte Zeitpunkt um die Geduld der Kinder nicht zu strapazieren, ist es nach einem Erfolg zusammen zu packen. Auch wenn es für uns Erwachsene in diesem Moment schwierig ist aufzuhören, ist die Motivation der Kinder für die nächste Angelunternehmung dafür umso größer.